[Kolumne] Was Tüll, Tattoos und die Komfortzone gemeinsam haben.

17 August 2016
Manchmal habe ich eine Schreibblokade. Heute zum Beispiel.… drei Sätze schaffen es aufs Papier und dann lösche ich zwei davon wieder. Wenigstens hat sich die Überschrift die letzten 10 Minuten nicht mehr verändert. Der Rest kommt schon noch,…irgendwann.
Stuttgarter Blogger

Manchmal habe ich eine Schreibblockade. Heute zum Beispiel.… Drei Sätze schaffen es auf´s Papier und dann lösche ich zwei davon wieder. Wenigstens hat sich die Überschrift die letzten 10 Minuten nicht mehr verändert. Der Rest kommt schon noch…irgendwann. Erzählen will ich von dem Treffen, dass ich kürzlich mit einem alten Schulfreund hatte, der mittlerweile im Ausland lebt.
Treffpunkt war die Bar, die einen Blick über die Stadt erlaubt. Weitsicht ist ja bekanntlich alles. Abgesehen davon, dass wir uns wirklich schon immer sehr gut verstanden haben - es gibt ja diese Menschen, mit denen die Zeit still steht, die Uhren anders laufen - trafen wir uns am selben Punkt unseres Lebens wieder. Nicht räumlich gesehen, auch nicht zeitlich…eher endlich.

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Endlich, end-lich.


Studium in der Tasche, ungebunden und voller Ideen für die Zukunft. Während wir unsere Gesichter über den Dächern Stuttgarts in die Sonne hielten, flammten ungenutzte Chancen, verschmähte Liebschaften und ergriffene Möglichkeiten der letzten Zeit auf.
Fünf Jahre.
Fünf Jahre ist es her, dass wir uns das letzte Mal gesehen haben. Mir fällt auf: Verrückt, wie viel Leben in diese 1825 Tagen passt, aber auch wie viel Platz noch gewesen wäre. 

„Hast du eigentlich so was wie eine Löffelliste?“, frage ich ihn. „Hm, …“ murmelt er und schaut mich dabei an. „Erst neulich habe ich mich hingesetzt und hatte innerhalb weniger Minuten einige Punkte auf der Liste stehen“.
Ein Tattoo stechen lassen, in Tüll heiraten, nach Indien reisen,…

Stop yourself from stopping yourself.


Als wir uns von unseren persönlichen Wünschen für unser Leben erzählen, von den Dingen, die, wenn sie alle oder nur im Einzelnen so eintreten würden, einen Schauer auf die Haut zaubern, weil sie so viel Lebendigkeit reflektieren, bekommt der Moment in der Bar etwas Magisches. Ich fühle mich wie eine Hauptfigur in einem Blockbuster, die zu einer großen Mission aufbricht. Im Hintergrund läuft mit „The Eye of the Tiger“ der passende Soundtrack.  Ein kleines, entscheidendes Detail unserer Unterhaltung macht uns allerdings zu nichts anderem als Statisten. 
Wir beginnen jeden Satz mit „Irgendwann …“. Der Peter Pan in mir muss kotzen.


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„Life will only change if you are more committed to your dreams than you are to your comfort zone."


Wenn, hätte, sollte, könnte … das Leben in die nächste Zeitzone verschieben, ins nächste Level, die nächste Ebene. So, als ob eben alles, was da sein soll, was man sich herbeisehnt, erst in dem luftleeren Raum IRGENDWANN präsent sein könnte?! In der Zukunft eben, aber wann beginnt die eigentlich? Ist „irgendwann“ der nächste Moment, der nächste Tag, die nächste Woche oder sprechen wir von Jahren? Und wieso spricht keiner vom Jetzt?

Trust the Process


IRGENDWANN ist der Name unserer Komfortzone,  Zweitname Angst, Nachname Zweifel. Manchmal erscheinen Träume, die zu unserem persönlichen Lebensweg gehören, unerreichbar, angsteinflößend und zu groß… Weil sie letztendlich Wachstum bedeuten. Dinge, die unser Herz höher schlagen lassen, sind aber weder gefährlich oder zweifelhaft, noch sind sie zu (be)-fürchten. Ganz im Gegenteil, wahrscheinlich sind sie sogar so etwas wie der Treibstoff (m)eines ganz persönlichen Weges durch dieses verrückte Abenteuer Leben.
Aus meiner Vision wird meine Mission.
Wie lange es dauert, bis "irgendwann" eintritt, liegt also auch an mir. Irgendwann ist vielleicht nur einen Atemzug, eine Entscheidung, ein Telefonat, ein Besuch im Reisebüro, eine Kündigung, einen Umzug, eine Entschuldigung oder ein „Ich liebe dich“ entfernt. 

Embrace your Life.


'Irgendwann' ist also auch Hoffnung, Euphorie, Akzeptanz für das, was noch nicht ist und die Erinnerung man selbst zu sein. Statist oder Hauptrolle? Aktiv oder passiv? Die Entscheidung liegt bei uns.

Möglicherweise stehe ich also irgendwann mal im Tüllkleid in einer kleinen Kapelle, mit einem kleinen Tattoo an meinem Arm, in voller Vorfreude auf die Reise nach Indien.
Wie gut, dass das nicht die einzigen Punkte auf meiner Liste sind....

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Fotos: Ludmilla Parsyak Photography
Visa: Saskia Müller
Schmuck: Goldknopf
Kleider: Twobirds  (zu beziehen über Brautatelier Tara)
Kommentare on "[Kolumne] Was Tüll, Tattoos und die Komfortzone gemeinsam haben."
  1. wow so wunderschöne Fotos und ein toller Text dazu! Ich beschäftige mich momentan auch sehr mit meinen Träumen und Lebenszielen, etc. und versuche alles Schritt für Schritt "abzuarbeiten". Erstmal mein Lissabon Urlaub, dann Führerschein, Umzug, Ausbildung, Reisen, ... man hat so viel Zeit aber irgendwie doch auch nicht. Ist irgendwie nicht so einfach, aber ich hoffe du kannst dir deine Träume eines Tages erfüllen liebe Jaci <3

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  2. Toller inspirierender Text. Ich bin verzaubert✨

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