[Wanderlust] Selamat Siang auf Bali!

17 September 2014
Dreambeach, Nusa Lembongan


Nach 7 Wochen Südostasien bin ich zurück im glücklicherweise sonnigen Deutschland. Die Woche Regeneration ist noch nicht um, ich leide noch ein wenig unter Müdigkeitserscheinungen und leichter Gereiztheit, aber es ist Zeit, Euch zu berichten, was ich alles erlebt habe.
Ich möchte Euch nicht alles auf einmal um die Ohren schmeißen- da würdet Ihr den selben Kulturschock erleiden, der mich auch anfangs erwischt hat! Deswegen peu á peu zum Reiseglück!

Beginnen möchte ich mit Bali. 


Kuta- where it all began..

Nachdem ich 3 Wochen in Thailand verbracht habe, bin ich zu Herrn C. nach Bali geflogen, wo ich sehnsüchtig erwartet wurde ;-) Bali hat uns 2 wundervolle Wochen beschert, anders als erwartet, aber dennoch möchte ich keine einzige Erfahrung missen!
Eines vorweg: Bali ist nicht mehr das Traumziel, das es vor vielleicht 20 Jahren noch war. Selbiges gilt für Thailand. Beide Destinationen sind Rucksackreisende-Mekkas und dementsprechend ist der gut begurtete Rucksacktourist dort der neue Pauschalurlauber, auffällig ist nicht derjenige, der zu Fuß unterwegs ist, sondern jemand, der einen Trolley hinter sich herzieht, ist der Exot.

Durch einen bösen Zwischenfall verbrachten wir insgesamt mehr Zeit als geplant in Kuta, der Touri-Hauptstadt der Insel- laut, nervig, zuviele Sauftouristen. Was Spaß macht, ist das Surfen, klar- vom Anfänger bis zum Profi ist an den verschiedenen Strandabschnitten bis Seminyak alles vertreten!


Es gibt ein paar gute Restaurants und Hoteltipps, die ich allerdings in einem extra Beitrag zusammenfassen werde. Ansonsten ist Kuta kein Ort, der länger als eine handvoll Tage zum Bleiben einlädt!
Man kann es sich allerdings auch schön machen, auch Kuta hat seine Reize- wenn man zum Beispiel aus Kuta rausgeht. Die Betonung liegt hierbei auf gehen, denn zum entfernten Tempel Tannah Lot sind es ca 15 Kilometer. Und die sind wir gelaufen. Klingt verrückt, ist es auch, aber macht Spaß.
Verlassene Strände, sobald der Reisende seinen Weg von den Hauptstränden entfernt sucht und nur noch Wasser, Sand und Ruhe. Dieser lange, aber lohnenswerte Spaziergang ist meiner Meinung nach ein echtes Highlight. In stillem Einklang wandert man von Kuta am Strand über Seminyak und Legian einfach gerade aus, soweit bis einem Fischer sagen, der Tempel sei noch sehr weit weg und man sei verrückt. Dann ist man genau richtig. Bis zum letzten Erklettern der Felsen fühlt man sich leicht und irgendwie merkwürdig geerdet. Dann erreicht man die letzte Hürde, die einen von jenem Tempel trennen, der in jedem Reiseführer auftaucht, blickt über den Rand des eben erkletterten Gesteins und fühlt...- Nüchternheit. Denn außer mir und Herrn C. waren noch weitere 2000 Japaner, Chinesen und Europäer gerade im Einsatz fleißig klick-klick mit ihrer Kamera den Tempel auf Bildern festzuhalten, anstatt ihn sich mal abseits der Linse anzusehen. Da konnte man nämlich einiges entdecken;)

Es gab kleine, aber feine Unterschiede zwischen dem, was man erwartet hatte...


..und dem, was man geboten bekam!


Gelohnt hat der Ausflug sich dennoch. Versucht es- 15 Kilometer sind nicht so lange, wie es sich anhört! Lauft allerdings dringend gegen 14 Uhr los, aus dem Weg gibt es soviel zu sehen, dass man schwerlich um 18 Uhr pünktlich zum Sonnenuntergang da ist!




Eat, pray, love oder auch eat, pay, leave!

Es gibt weitaus sehenswertere Orte um die indonesische Insel, z.B. Ubud. Dorthin reisten wir nach Kuta. Die Fahrt zu organisieren war nicht allzu schwer, es lungern immer Fahrer in den Straßen und mit ein wenig Handlungsgeschick bekommt man einen fairen Preis, mit dem alle zufrieden sind!
In Ubud angekommen ging es erst zur Unterkunft, um danach die Umgebung zu erkunden. Der Kunst- und Souvenirmarkt, das Angebot an Restaurants und Essensmöglichkeiten und Ideen sammeln, was wir die nächsten 24 Stunden unternehmen können. Die Wahl fiel dann auf die Besichtigungen der Reisplantagen und einer Kaffeeplantage, wieder alles geplant mit einem Fahrer vor Ort. Ubud ist der Ort, an dem Julia Roberts in "Eat, pray, love" ihr Glück gefunden hat, ein wirklich schöner Film, nur sind die Leute vor Ort mittlerweile eher genervt von den Mitte-40igern, die ihr eigenes Ich in der Stadt suchen und deshalb gibt es ein neues Mantra, das durch die Straßen klingt: Eat, pay, leave. Wir haben uns trotzdem auch nach dem Essen umgesehen..



Die Reisterassen außerhalb von Ubud sind wirklich beeindruckend, die Bilder können leider nicht ansatzweise beweisen, wie spektakulär sie erscheinen und welchen großartigen Sinn sie erfüllen!
Wenn Ihr jemals in die Nähe kommt, schaut sie Euch bitte an und lasst es eine zeit lang wirken.
Nach den Terassen fuhren wir weiter zu der Kaffeeplantage, die unser Fahrer ausgesucht hatte. Kaffeeprobe, eine kleine Führung durch heimische Gewächse ( nein, Ananas wachsen nicht in Kisten!) und die Betrachtung dieser kleinen, wuscheligen, katzenähnlichen Tiere, die dafür sorgen, dass Schei** zu Gold wird;) Der teuerste Kaffee der Welt, produziert durch Luwak-Kerlchen!



Last stop: Endlich angekommen!
-Nusa Lembongan-

Nachdem wir in Ubud also schon die erste Prise Echt-Bali bekommen hatten, kam endlich die Lust auf mehr. Zwar ist Ubud noch immer troubelig und es kommen viele Touristen her, aber man konnte erahnen, was indonesische Inseln noch bieten können. Deswegen suchten wir uns erneut einen Fahrer (falls Ihr jemals in Ubud seid, fragt bei den Taxifahrern nach Travis, ja Travis, wie Travis Barker. Der chaotische Kerl hat das Geld verdient und ist zudem wirklich symphatisch) und ließen uns nach Sanur bringen, um von dort aus ein Speed Boat nach Nusa Lembongan zu nehmen. Die öffentlichen Boote morgens um 8 Uhr sind einiges günstiger, dafür waren wir leider zu spät dran.
Nach einer wirklich nervenaufreibenden Fahrt, und ich bin nicht zimperlich was Bootsfahren angeht, dachte ich nicht nur wegen der schönen Umgebung, ich wäre im Himmel. Weißer Sand, türkisblaues Meer, das Gefühl von Endlich Angekommen.
Nusa Lembongan ist eine kleine, vorgelagerte Insel, die in einer guten halben Stunde zu erreichen ist und bietet noch wirklich ursprüngliche, indonesische Natur und Kultur. Große Hotelanlagen sucht man vergeblich, stattdessen stößt man auf günstige und einfache Resorts, Surfspots auf offendem Meer und Kinder, die die lachend hinterherrennen.
Mein Tipp: Roller mieten und einfach losfahren, um die Insel, rauf in die Berge, an die Strände, z.B. Dreambeach und dabei Devil´s Tear ansehen, auf die nächste Insel Nusa Ceningan, die mit einer Brücke verbunden ist..Und berauschen lassen!

Devil´s Tear- beeindruckenderes als Wassermassen, die mit unglaublicher Kraft auf die Felsen krachen, gibt es kaum!
Dreambeach 
Fischerboote auf Nusa Ceningan
Algenfarmen- Lebensunterhalt auf Lembongan


Bali ist eine Insel voller Widersprüche. Man findet Massen von Touristen, Pancake Häuser und Steakrestaurants, vollgetrunkene und wortschwangere Australier.. und man findet, wenn man genau hinsieht und sich abseits der bekannten Wege begibt, vielleicht auch mal den einen oder anderen Einheimischen fragt, wundervolle Momente und Erinnerungen, die man mit denjenigen teilt, die sich auch aus den Zentren gewagt und dadurch unverbrauchte Schönheit gefunden haben.


Post Comment
Kommentar veröffentlichen

Wir freuen uns über Eure Tipps, Tricks, Anmerkungen und Anmeckerungen, liebe Worte und liebe Menschen!