[Wanderlust] Freude ist ansteckend- Thailand (I)

23 September 2014


Als ich vor knapp 9 Wochen begriff, dass es langsam ernst wurde, hieß das noch lange nicht, dass ich begreifen konnte, was wirklich auf mich zukam. Wenn man eine Reise bucht, hat man bestimmte Vorstellungen, Erwartungen im Kopf, die sich entweder als erfüllte Träume auf der To-Do Liste abhaken lassen können oder scheitern und als negative, aber Immerhin-Erfahrung in die Schublade "habe ich erlebt" stecken lassen.
Thailand war ein Herzensprojekt von mir, das schon lange immer wieder vorsprach, sich wünschte, endlich angepackt zu werden. Und irgendwann war es dann soweit - aus meiner Alleinreise wurde letztendlich ein Trip zu viert und die 3 Monate schrumpften auf 8 Wochen zusammen, aber das waren nur Formalitäten. Der Flug war gebucht, die Aufregung gleich mit und so konnte ich am 27. Juli um 15 Uhr den Flieger besteigen, der meinen Sommer bestimmte..





Ich möchte eines vorweg nehmen: Thailand ist einzigartig und ich habe mich wirklich in das Land verliebt. Wenn ich auch wiederkommen möchte, gab es leider auch einige Dinge, die nicht allzu schön waren.
Euch möchte ich keinen Reisebericht präsentieren á la `hier sollt Ihr hin´, `das müsst Ihr erleben´, sondern eine Zusammenschau meiner persönlichen Momente.
Wer auch immer Fragen zu einem Aufenthalt in Thailand hat, soll sie mir gerne in einer Mail schreiben, ich versuche so gut ich kann, alles zu beantworten, was ich während meiner knapp zwei Monate in einem sehr eigenen, brillanten, verwirrten und atemraubenden Land erleben durfte.

Die Ankunft- oder auch: Der Kerker.

Der erste Eindruck kann täuschen. Kann man gut auch auf Länder anwenden. Erstmals in Asien gelandet, fanden wir uns in einer rießigen Metropole wider, laut, dreckig, bunt, schreiend und doch stumm. Menschen, Tiere, zwei Beine, vier Beine, zehn Beine. Sagt Hallo zu Bangkok!
Würde ich jemandem einen gut gemeinten Ratschlag erteilen können, wäre er ganz einfach:
Landet. Nicht. In. Bangkok.
Bangkok liebt man oder man hasst es; ich habe viele Leute getroffen, die unterschiedlichste Meinungen über die Stadt pflegen, sich in ihrem gemeinsamen Nenner jedoch einig sind: es gibt kein "dazwischen".
Ich persönlich zähle zu denjenigen, die der Stadt eher wenig zugeneigt sind. Ich muss zugeben, es war die erste Metropole, die mich so dermaßen überfordert hat, dass ich kurz an sofortigen Rückzug dachte. Es mag an der Übermüdung, der Überforderung und der Aufregung gelegen haben, ganz bestimmt aber lag es an dem kleinen Hostel- "Zimmer", das locker mit dem Loch in "The Beach" mithalten kann. Vier Wände, grau, ein Bett, nichts. Eine kleine Lampe gab es noch, denn haha! Wer kann sich schon im Dunkeln anziehen und für die große Stadt wappnen!?
Also verließen wir den Kerker, wie ich unsere gemütliche Bleibe liebevoll taufen möchte, so oft es geht. Aufenthaltsraum, Straßen, selbst die Gemeinschaftstoilette befand ich als angenehmer als das dunkle Viereck mit Liegemöglichkeit. Aber gut, was hatte ich erwartet? Den 5 Sterne Luxusurlaub-Gedanken hatte ich ja wohl hoffentlich gemeinsam mit meinem Orientierungssinn zuhause gelassen! Also gewöhne dich lieber schnell dran. Das letzte Stück Etepetete legte ich ab, als Ratten zwischen den Straßenseiten mit mir gemeinsam die Fahrbahn wechselten.
Kulturell hat Bangkok allerdings schon einiges zu bieten: Der Lying Buddha, den Grand Palace, das Siam Museum (Absolutes Must!! Geht! Da! Hin!) oder eine Fahrt auf den Kanälen der Stadt...Manches muss man einfach gesehen und erlebt haben!
Fazit: Schaut Euch Bangkok an, definitiv! Wenn möglich am Ende, man ist einfach an Land, Kultur und Gegebenheiten gewohnt und kann sich besser auf die Stadt einlassen.
Die Shoppinggelegenheiten habe ich, das wird Euch vielleicht verwundern, nicht mehr wahrnehmen können, da ich mich ganz einfach sattgesehen hatte, an Elefantendrucken, Streifen oder gefälschte Nike/ Vans/ Adidas Aufschriften, an pastellfarbene Badeshorts und neonknalligen Bikinis, an Einheitsgrößen und Klimbim.
Ich persönlich habe auch nach den letzten drei Tagen meiner Reise, die ich in Bangkok verbrachte, nicht viel Positives erkennen können, so sehr ich mich auch bemühte. Zum Glück aber macht jeder Traveller seine eigenen schönen und weniger schönen Erfahrungen!





Wie Bootsfahrten auf einmal nicht mehr lustig sind..aber das Ziel umso mehr!

Nachdem wir uns in Bangkok von einer Machenschaft aus einem Gespann von TukTuk-Fahrer und travelagency-Inder über´s Ohr haben ziehen lassen, müssen wir natürlich die nun (leicht zu teuer) gebuchte Reise antreten. Vorfreude kommt auf, als wir die Sachen packten, Bangkok vom Bahnhof aus zuwinken können und uns nach einer Zugfahrt im weißen Sand von Ko Tao wälzen...
Die Wahrheit sieht so aus: Die Zugfahrt geht 12 Stunden, davon bin ich ca 12 Stunden wach. Während man überlegt, ob man sich besser vorsichtig nach links oder rechts dreht, ohne aus dem Klappbett im ersten Stock zu fallen, geht die Tür auf, die Tür zu, es raschelt, jemand zieht an deinem Vorhang, es will der Drinkverkäufer heimlich Bier verticken oder deine Augen wollen sich einfach nicht an das sanfte Neonlicht aus der Lampe direkt über dir gewöhnen.
Ok, so schlimm ist es dann doch nicht, eher lustig, aber Schlaf finde ich dennoch keinen. Nachdem wir vom Bahnhof in Bangkok aus nach Chumporn geruckelt sind, werden wir dort in einen Pick Up verfrachtet, der uns zum Fähranleger bringt. "Die Boote der Fährgesellschaften Songserm sind alt und es ist nur eine Frage der Zeit, bis ein Unfall passiert", warnt uns noch der Reiseführer, als wir die Fähre genau jener Gesellschaft freudig betreten. Die nächsten vier Stunden habe ich ausgeblendet. Es ist ein angenehm leichter Wellengang, der sich aber bei meinen Mitreisenden wohl leider als stürmische, tosende See vorgestellt haben muss. So oder ähnlich haben sie nämlich auch darauf reagiert. Aber, wir wollen uns wieder den schönen Dingen zuwenden: Erstmals auf Ko Tao gelandet geht es mit dem nächsten Pick Up ins Resort, das wider Erwarten das wohl coziest Resort war, das wir die gesamte Reise lang hatten. In meinen Reisetipps werde ich es ausführlich beschreiben, hier sei nur soviel gesagt: Der Kerker war augenblicklich vergessen, ebenso das länglich gezogene Schlaf- Quadrat im Zug und die unangenehme Bootstour. Ko Tao ist ein Paradies. Schnappt man sich einen Roller, kann man tolle Orte erkunden; macht man es ohne den fahrbahren Untersatz sieht man sie natürlich auch- mit leichter Zeitverzögerung (wir reden von Stunden), angestrengter Laune und der Erkenntnis, dass ein Roller eben doch ein guter Tipp ist.
Fazit: Ko Tao ist eines meiner Highlights gewesen. Ruhig, traumhafte Szenerien, ein Muss für alle Unterwasserfans und Sonnenanbeter.



Wieso eine eigentlich schöne Insel hier so schlecht abschneidet

Ich muss zugeben, wir haben Ko Samui wenig Chancen eingeräumt. Vorbelastet von Aussagen wie "Malle von Thailand", gingen wir mit mäßiger Vorfreude an Board des Schiffs, das uns nach wundervollen, sonnigen und entspannten Tagen auf Ko Tao nach Ko Samui brachte.
Es gibt nur diese wenigen Bilder der Reisestation, weil es vier Tage lang nur geregnet hat, wir unsere erste Unterkunft aufgrund enormen Unwohlseins wechseln mussten, das Essen überteuert und die Menschen erstaunlich unfreundlich waren. Damit begrenzten sich die Freizeitaktivitäten auf Lesen, kurzen Spaziergängen in den Regenpausen, Massagen und Runterkommen.
Fazit: Ko Samui ist sicher schön, lasst Euch die Insel bei Sonne zeigen. Wir beide sind uns einfach auf dem falschen Fuß begegnet.



Wie es mir auf Koh Phangan, Krabi, Raley Beach und Phuket ergangen ist, zeige ich Euch in den nächsten Tagen.. Bis dahin: AHOI!


1 Kommentar on "[Wanderlust] Freude ist ansteckend- Thailand (I)"
  1. Vielen Dank für deinen Tipp auf meinem Blog. Die Fotos und der Bericht sind wirklich toll! Jetzt freue ich mich noch mehr auf meine Thaialnd Reise :)

    Liebe Grüße
    Lara

    www.absolutely-amazed.blogspot.de

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